Traumatherapie
Was ist ein seelisches Trauma?
Ein seelisches Trauma ist eine tiefe Verletzung, die mit einer starken psychischen Erschütterung einhergeht und durch sehr verschiedene Erfahrungen hervorgerufen werden kann.
Das individuelle Erleben, Denken, Fühlen und Verhalten wird dauerhaft durch wiederkehrende Gefühle beeinflusst, u. a. Angst, Traurigkeit oder Ohnmacht. Oft empfinden wir eine grundsätzliche Machtlosigkeit in unserem „Dasein“ in der Welt.
In meiner Praxis bin ich immer wieder Zeugin des Kampfes gegen einen Zustand der Leere, der Erschöpfung, des ständigen Genervtseins, der Beziehungslosigkeit. Manchmal wissen wir sehr genau, welche Wunden wir in uns tragen, manchmal ist nicht greifbar, warum wir uns so fühlen. Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen können subtil und diffus sein.
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Über allem steht die Überzeugung, dass wir uns einfach nur auf die Gegenwart konzentrieren müssen, damit es uns besser geht; sich endlich zusammenreißen, alles nicht so ernst nehmen, die Disziplinlosigkeit in den Griff bekommen, das ist es!
Als betroffener Mensch wissen Sie: So einfach ist das nicht. Wäre es das, hätte eine Ihrer ungezählten Anstrengungen das gewünschte Ergebnis doch liefern müssen, oder?
Die Folgen einer Traumatisierung sind vielfältig und drücken sich über unseren
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Körper, z. B. in Form von chronifizierten Symptomen, über unser
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geistiges Bewusstsein, z. B. in Form von Gedankenspiralen und über unsere
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Handlungen, z. B. in Form von Vermeidung aus.
Schlaflosigkeit, Panikattacken, ständiger Essdruck, Unruhe, emotionale Taubheit und Gefühle wie Scham und Schuld sind nur einige der Konsequenzen, die traumatische Erlebnisse in uns auslösen können. Immer haben sie eine tiefgreifende Auswirkung auf unser Verständnis von uns selbst und wie wir mit uns und unseren Mitmenschen in Beziehung sind.
Grundsätzlich werden zwei Hauptformen unterschieden: das Schocktrauma und das Entwicklungstrauma. Beide können enorme Konsequenzen für unser Leben haben, unterscheiden sich jedoch in ihrer Entstehung und Wirkung.
Mein Praxisschwerpunkt liegt auf dem Entwicklungstrauma.
Schocktrauma und Entwicklungstrauma
Das Schocktrauma entsteht oft durch ein einzelnes, plötzliches Ereignis – zum Beispiel einen Unfall, einen Übergriff oder eine andere lebensbedrohliche Situation. Solche Erlebnisse können den Geist und den Körper überwältigen, sodass die Erinnerungen (Flashbacks) daran immer wieder hochkommen und uns im Alltag belasten.
Das Entwicklungstrauma – mein Praxisschwerpunkt – hingegen entsteht meist in den ersten Lebensjahren durch wiederholte, sehr schmerzvolle Erfahrungen, die uns grundlegend in unserer emotionalen Entwicklung beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise Vernachlässigung, Misshandlung, emotionale Zurückweisung, instabile Bezugspersonen, chronischer Stress und Beschämung. Diese Erfahrungen prägen unser Selbstbild und unsere Beziehungen zu anderen tiefgreifend. Sie können dazu führen, dass wir uns selbst gegenüber sehr kritisch sind und Schwierigkeiten haben, Vertrauen zu fassen. Ein Leben in Verbundenheit erscheint nicht möglich, wir erleben uns als getrennt von unserem Körper und unseren Gefühlen.
Unser ursprüngliches ICH-Bewusstsein ist nachhaltig zerstört.
Was erwartet Sie in meiner Praxis für Traumatherapie? – Ein Weg zur Heilung bei Entwicklungstrauma
Eine Therapie bei mir ist immer ein behutsamer und individueller Prozess, der Sie dabei unterstützt, die Folgen traumatischer Erfahrungen zu verstehen und zu integrieren. Durch meine Begleitung wird es Ihnen möglich, Ihre biografischen Wunden auf eine neue, ganzheitliche Art zu erforschen.
Nach unserem Erstgespräch erfolgt eine ausführliche Anamnese, in der wir auch besprechen, welche Therapieziele Sie haben. Anschließend beginnen unsere gemeinsamen Therapiestunden, in Ihrem eigenen Tempo und Rhythmus. Von meinem eigenen Weg weiß ich, dass es entscheidend ist, Sie genau da abzuholen, wo Sie stehen, und nicht dort, wo Sie vermeintlich sein müssten. Sich in einer Traumatherapie zu öffnen bedeutet, dass Sie viel Mut und Geduld aufbringen müssen – ich werde für Sie den Raum halten, den Ihre Verletzungen brauchen. So lange, bis Sie ihn selbst halten können und wollen.
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In meiner Arbeitsweise orientiere ich mich auf die von Maria Sanchez entwickelte „Sehnsucht und Hunger“- Methode, die, in abgewandelter Form, nicht ausschließlich auf das Symptom des emotionalen Essdrucks Anwendung findet, sondern auch auf alle anderen wiederkehrenden, leidvollen Symptome. Diese körperorientierte Emotionsarbeit ist das zentrale Konzept meiner Arbeitsweise und wird ergänzt durch die zentrierte, respektvolle und wertfreie Gesprächsführung nach Carl Rogers.
Was bedeutet körperorientierte Emotionsarbeit?
Bevor ich zu der Erklärung, was körperorientierte Emotionsarbeit ist, komme, möchte ich Ihnen grundsätzlich die drei Phasen der Traumatherapie näherbringen:
- Phase der Sicherheit und Stabilität
Um die belastenden Erinnerungen behutsam zu erforschen, brauchen Sie eine verlässliche Stabilität und Regulationsfähigkeit. Am Anfang unserer Reise geht es also darum, dass Sie sich wieder trauen dürfen, sich fühlend zu erleben und langsam eine Beziehung zu sich selbst und auch zu mir zu entwickeln. Mithilfe von Ressourcen- und Wahrnehmungsübungen erfahren Sie, dass Ihre körperlichen Empfindungen nicht länger ausgehalten werden müssen, sondern Verbündete auf dem Weg zu sich selbst sein können. Erst, wenn Sie sich ausreichend sicher in Ihrem Körper fühlen, gehen wir einen Schritt weiter.
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- Phase der Verarbeitung und Integration
In dieser Phase tasten wir uns behutsam an die traumatischen Erinnerungen heran und beginnen mit der konkreten Verarbeitung. Dabei steht Ihr chronisches körperliches Symptom als Ausdruck Ihrer Emotionen im Fokus, selbstverständlich ohne dabei Ihre Gedanken und Handlungen außer Acht zu lassen. Es ist der Beginn des Fühlens, Hinterfragens und des Zulassens, d. h., wir arbeiten am Symptom entlang und nicht dagegen. Um sich den schmerzhaften Empfindungen zuzuwenden, brauchen Sie die vorher erlernte und erlebte Regulationsfähigkeit. Nicht, um Ihr chronisches Symptom „loszuwerden“, sondern um die darunterliegende Botschaft aufnehmen und integrieren zu können. Es ist ein bisschen wie das Lesenlernen … um Bücher zu verstehen, braucht es das Erlernen des A-B-Cs. Jeder Buchstabe für sich ist wichtig.
- Phase der Heilung und Neubewertung
Neben der Entwicklung und Stärkung Ihres emotionalen Kompasses ist es von zentraler Bedeutung, dass Sie Ihre inneren Wahrheiten mit Gefühl und Verstand in die Lebenswirklichkeit tragen. Sie finden für sich heraus, welche Glaubenssätze aus der Vergangenheit für Sie noch Bestand haben, und Sie lernen, in der Gegenwart mit sich verbunden zu leben, ohne Geschehenes verdrängen oder vergessen zu müssen.
Sie beginnen mehr und mehr, Ihr Leben in Kontakt mit sich und Ihren Bedürfnissen zu leben – mit allem, was ist.
Bei dem Durchlaufen der drei Phasen steht der Körper als Heimat der Emotionen im Mittelpunkt. Körperorientierte Emotionsarbeit meint also, dass wir – ausgehend von Ihren körperlich leidvollen Empfindungen, wie z. B. Magenschmerzen, Essdruck, Migräne etc. – die darunterliegenden Emotionen erforschen. Traumatisierungen drücken sich, vereinfacht gesagt, über den Körper in Form von unangenehmen, wiederkehrenden Körperempfindungen aus. Wir nutzen diese Körperempfindungen als Brücke zu unseren Emotionen und entwickeln Stück für Stück und mithilfe von konkreten Übungen eine neue Sprache. Wie wäre Ihr Leben, wenn nicht Ihr Magendruck Ihr Bedürfnis nach Rückzug ausdrücken müsste oder Ihr Tinnitus Ihr „Nein, ich will das nicht!“?
Ihre leidvollen, wiederkehrenden Symptome werden als Verbündete genutzt und nicht als Gegner, d. h., wir versuchen nicht, sie wegzubekommen – auch wenn das, verständlicherweise, Ihr Wunsch ist. Natürlich müssen Sie Ihre Schmerzen nicht auf ewig als gegeben annehmen, sondern vielmehr erleben Sie, dass Sie eine andere Sprache für sich und Ihre Bedürfnisse anwenden dürfen. Ihr Nein sowie Ihr Ja kommt in die Welt; Ihre Vergangenheit wird erforscht und dabei Ihre Gegenwart und Zukunft nicht vergessen; Ihre verbotenen Gefühle bekommen Raum und Gehör und Ihre Traumatisierungen den ehrlichen und uneingeschränkten Respekt, den sie verdienen.
Wir gehen gemeinsam Schritt für Schritt einen inneren Heilungsweg, auf dem Sie Ihre eigene Weisheit entdecken und stärken. Meine Intention ist es, Sie zur Spezialistin für Ihre eigenen Emotionen werden zu lassen und mit Ihnen gemeinsam Ihre innere Therapeutin zu entwickeln. Dazu zeige ich Ihnen mithilfe einer Vielzahl von Übungen, wie Sie Ihren Emotionen auf körperlicher Ebene begegnen, wie Ihre Gedanken kommen und gehen können, ohne sie zu beherrschen, und wie Ihre Handlungen Ihre authentische innere Haltung ausdrücken.
