Emotionales Essen
Was ist eine Essstörung?
Eine Essstörung ist eine tiefgreifende psychische Erkrankung, bei der das Verhältnis zum Essen, zum Körper und zum eigenen Selbst gestört ist.
Essen sowie der permanente Versuch, nicht zu essen, werden zu einer enormen Belastung.
Die gedankliche und emotionale Beschäftigung mit Essen dominiert Ihr Leben, es ist Ihnen unmöglich, die Gedankenspirale zu stoppen.
Zu den bekanntesten Essstörungen zählen unter anderem Bulimie, Binge Eating und Magersucht.
Emotionales Essen
Viele Menschen lassen sich nicht in eines der drei Störungsbilder einordnen und haben dennoch ein Essproblem, unter dem sie massiv leiden. Das kann sowohl über- als auch normalgewichtige Personen betreffen.
Ihr Essproblem äußert sich darin, dass sie einen permanenten Essensdruck spüren.
Das Nachgeben dieses Essensdrucks, also das emotionale Essen, ist der Versuch, einem inneren Spannungszustand entgegenzuwirken. Die biografischen Wunden und die dazugehörigen Emotionen wie z. B. Scham, Traurigkeit, Wut oder Angst dürfen oder können nicht gefühlt werden und werden als unaushaltbar erlebt – das Essen übernimmt das Abdämpfen der Emotionsspannung. Emotionale Essstörungen sind Ausdruck tiefer emotionaler Verletzungen und haben nichts mit mangelnder Disziplin zu tun. Unter dem Drang nach Essen verbirgt sich eine große Not, manchmal sogar eine Traumatisierung.
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In der Tiefe zu verstehen, dass es nicht um das Essen selbst geht, sondern um emotionale Wunden, ist kein leichtes Unterfangen. Wir alle sind darauf gepolt, dass Essen etwas ist, was wir im Griff haben müssen. Disziplin, Reglementierungen und Diäten sind nur einige der Dinge, die wir immer wieder anwenden – in der Annahme, dass es unsere Schuld ist, wenn wir versagen (= nicht schlank sind).
Letztlich befinden wir uns im immerwährenden Kampf gegen uns, weil wir glauben, dass das Essen das Problem ist.
Ich weiß, dass Sie essenzielle Gründe haben, um emotional zu essen, und dass es nichts mit Disziplin und Schuld zu tun hat, wenn Sie mehr essen, als Sie eigentlich körperlich bräuchten.
Süchtig nach Essen zu sein, ist ein Leiden, an dem Sie schwer zu tragen haben.
Die Therapie
Sie haben sicher eine lange Reise hinter sich, geprägt von vielen Versuchen, Ihr Essproblem auf unterschiedliche Weise zu lösen. Zweifellos gab es auch Erfolge: Sie haben Gewicht verloren, fühlten sich anerkannt und spürten ein lebendigeres Körpergefühl. Wenn es allein auf Disziplin ankäme, müsste danach nichts mehr folgen. Mit dem Erreichen Ihres Wohlfühlgewichts wäre alles gut.
Doch fast immer ist das nicht der Fall. Vielleicht haben Sie wieder zugenommen und glauben, es sei Ihre Schuld oder Ihr Versagen. Oder Sie müssen ohne Unterlass gegen sich und Ihren Essdruck kämpfen. Bereits beim Gönnen einer Kleinigkeit oder dem Nachgeben des Essdrucks folgt häufig eine Reglementierung – die nächste Diät, mehr Sport.
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Letztlich fühlen Sie sich nicht frei, sondern Ihre Gedanken und Gefühle kreisen unablässig um das Thema Essen.
Haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie essen, obwohl Sie keinen Hunger haben?
Vielleicht liegt der Grund nicht in einer eingebläuten Maßlosigkeit, sondern in einer Emotion, die Sie bislang nicht ausdrücken konnten, oder in einer seelischen Verletzung, die nach dem Essenspflaster schreit? Nehmen Sie für einen Moment an, diese Emotion ist so verboten und die Verletzung so schmerzhaft, dass sie unter allen Umständen verdrängt werden muss – was würde sich besser eignen als ein Suchtmittel, das betäubt?
Sie haben nicht nur gute Gründe, warum Sie emotional essen, sondern Sie haben auch – bisher – keine andere, echte Hilfe. Ihr ganzes Leben lang glaubten Sie, dass, wenn Sie nur endlich Ihre Essproblematik in den Griff bekommen, alles gut wird. Zu erfahren, dass sich vielleicht der Körper verändert, aber das Innere noch genauso wund ist, kann sehr weh tun und sich unglaublich ohnmächtig anfühlen.
In der Therapie begeben wir uns auf emotionale Spurensuche und entwickeln gemeinsam wirkliche Alternativen. Wir erforschen die Gründe für Ihren unstillbaren emotionalen Hunger und erarbeiten Ihre ganz eigene Hilfsstruktur, damit nicht länger das Essen Ihre Rettung übernehmen muss.
Was Sie von mir erwarten dürfen
Sie bekommen von mir keine Ernährungsberatung, keinen ultimativen Abnehm-Tipp oder ein ausgefeiltes Bewegungsprogramm … Ich bin überzeugt davon, dass Sie auf Ihrem bisherigen Leidensweg ein enormes Wissen über die „richtige“ Ernährung angehäuft haben und auch bestens darüber informiert sind, welche sonstigen Dinge ein gesundes, schlankes und fittes Leben versprechen. Ihr Wissensstand ist nicht das Problem, Sie sind bereits Ihr eigener Experte in Sachen Ernährung.
Das Problem ist, dass all das Wissen nur zeitweise hilft und Sie früher oder später sehr schmerzhaft zu spüren bekommen, dass die eigentlichen Gründe für Ihren leidvollen Umgang mit Essen immer noch da sind.
In meiner Praxis arbeite ich nach der von Maria Sanchez entwickelten Sehnsucht-und-Hunger-Methode (www.mariasanchez.de), die genau bei dieser Frage ansetzt:
Warum esse ich, obwohl ich keinen körperlichen Hunger habe?
Wenn Sie jetzt wie aus der Pistole geschossen antworten: „Weil es schmeckt“, dann glaube ich Ihnen das aufs Wort. Wäre Essen ausschließlich ein Genuss- und nicht auch ein Suchtmittel, dann könnten Sie frei entscheiden, wann Sie Ihrer Freude am Genuss nachgeben und wann nicht.
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Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, glaube ich sagen zu dürfen, dass alles rund um das Thema Essen für Sie meistens eine Qual und weit entfernt von Genuss ist. Sie müssen essen, um Ihre Emotionsspannung, den Schmerz und die Vergeblichkeit immer wieder abzudämpfen. Es fühlt sich definitiv nicht nach einer Wahl an.
Sie dürfen von mir erwarten, dass ich Ihr Essensproblem nicht nur ernst nehme, sondern aus eigener Erfahrung heraus zutiefst verstehe und anerkenne.
Sie dürfen von mir erwarten, dass ich Ihnen keine weiteren Tipps zur Symptombehandlung gebe, sondern mit Ihnen zum Ursprung gehe.
Und Sie dürfen von mir erwarten, dass ich Ihnen zeige, wie Sie sich wirklich helfen können – und so wieder eine Wahl haben.
